Wenns passiert, passierts eben… NICHT!

Egal, wie vorsichtig man ist – irgendwann ist es soweit: Die Fotoausrüstung verzögert bei Bodenkontakt. Auch bekannt als „Sch**** – Kamera runtergedonnert!“. Ist die Kamera erstmal der Schwerkraft ausgeliefert, hilft Voodoo aus dem Fotogeschäft nicht mehr. Glimpflich ausgehen kann ein Sturz dennoch.

Schreib eine Erinnerung auf, solange sie noch frisch ist. Nun, diese Erinnerung ist ca. 5 Tage alt – somit eine Erfahrung aus erster Hand, aber mit dem nötigen Abstand.

Die Wahrscheinlichkeit, ein paar hundert oder tausend Euro zu Boden krachen zu lassen, ist stets eine Frage der Zeit. Denn wenn der Mensch vor einem nicht sicher ist, dann vor den eigenen Fehlern. Ob man nun überwältigt von der Szenerie oder schlicht tollpatschig ist… die entscheidende Frage dabei ist jedoch: WIE fällt die kostbare Ausrüstung?

Richtig ekelhaft wirds erfahrungsgemäß, wenn die Konstruktion auf dem Objektiv landet. Da ist von zersplitterten Linsen, einem defekten Autofokus/Bildstabilisator über einen verzogenen Objektivtubus bzw. Bajonett bis hin zu einem zerbröselten Kamera-Innenleben alles drin, auch eine Kombination der genannten Schäden. Das Problem daran ist, dass die Konstruktion insgesamt zu robust ist. Es fehlt die Sollbruchstelle, die die beim Sturz entstehenden Kräfte abfängt. Oder sie fehlt nicht, wenn man alles richtig macht.

Was war passiert? Am Samstag morgens sehr früh (ca. 3:00 Uhr) aufgestanden und in die Berge gefahren. Brav vor Sonnenaufgang on Location gewesen… leider haben das Licht und die Location (Stromleitungen waren im Dunkeln nicht sichtbar) die Erwartungen nicht erfüllt. Also etwas enttäuscht die Sachen zusammengepackt, gedankenverloren an der Klemme des Stativkopfes herumgespielt… und schon donnerte die Kamera samt Objektiv aus ca. 1,80 Metern in die Tiefe.

Warum kam ich aus der Nummer heraus, ohne meine Fotoversicherung bemühen zu müssen? Begründung siehe oben. Am Objektiv hatte ich einen Lee-Filterhalter. Die Plastikplättchen und Schrauben, die normalerweise 100mm-Einschubfilter in Position halten, haben die Energie des Sturzes fast vollständig abgefangen. Ich brauche zwar ein paar Ersatzteile, aber das stellt nur einen Bruchteil des möglichen Schadens dar. Eine angesetze Streulichtblende (auch Gegenlichtblende oder kurz Geli genannt) hätte einen ähnlichen Effekt gehabt, vielleicht wäre sie zerbrochen… auch halb so wild. Es lohnt sich, die Streulichtblende nicht nur bei möglichem Streulicht an- und einzusetzen.

Ich hab schon ein paarmal auf die sogenannten Schutzfilter schriftlich eingeprügelt, und ich werde es an dieser Stelle erneut tun: Schutzfilter schützen nicht, sie richten ihrerseits Schäden an: Verziehen sie sich beim Aufprall, und darauf hätte man in diesem Fall (haha) wetten können, bekommt man sie schwer oder nie mehr aus dem Filtergewinde heraus. Die entstehenden Splitter können die Frontlinse verkratzen und den Fotografen ordentlich schneiden.

Gummi oder Plastik vor dem Objektiv, sei es nun ein Filterhalter oder eine Streulichtblende, sind die beste Versicherung für die Ausrüstung.

Ach ja, der Vollständigkeit halber… das Bild der Location, falls es jemanden interessiert. Manchmal verfährt man halt einen halben Tank für eine miese Ausbeute und einen kaputten Filterhalter 😉

 

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