Aaaaaaufstehen! Fotos machen!

Die beste Zeit für Landschafts-/Naturfotos ist leider irgendwie immer die unbequemste. Morgens aufstehen, mittags fotografieren und abends zurückfahren passt zwar in Otto Normalverbrauchers Tagesplanung, hat aber einen Nachteil: die Fotos werden sch…

…lecht – und das im Bestfall!

Fotos zur Mittagszeit sind eine Herausforderung, und zwar aus dem selben Grund wie das 50mm-Objektiv (35mm bei Cropkameras): weil sie im Grunde das wiedergeben, was jeder sieht… und die Faszination eines guten Fotos lebt nunmal davon, dem Betrachter neue Ansichten zu präsentiern. Wer bei Western-Filmen nicht rechtzeitig weitergeschaltet hat, weiß: High-Noon – da wird geschossen; High-Noon – da stirbt jemand; in diesem Fall jede Aussicht auf ein interessantes Foto.

So schön es auch wäre, sich den ganzen Tag mit der Kamera auszutoben: das beste Licht hat man von der Blauen bis zur Goldenen Stunde und vice versa. Das heißt nunmal: Abstriche machen; den Wecker auf eine unchristliche Uhrzeit stellen oder spät nach Hause fahren.

Blaue Stunde:
Die Stunde vor dem Sonnenauf- und nach dem Sonnenuntergang. Der Himmel ist noch nicht schwarz, aber die Sonne beleuchtet die Motive nicht mehr direkt.

Goldene Stunde:
Die Stunde nach dem Sonnenauf- und vor dem Sonnenuntergang. Flach einfallendes, warmes Licht zeigt die Natur von der besten Seite. Wenn man nicht aufpasst, mit dem eigenen Schatten im Bild.

In mitteleuropäischen Gefilden (in der Nähe der Polarkreise lautet das Zauberwort Mitternachtssonne) bedeutet dies leider, am Wochenende auch mal nicht auszuschlafen bzw. den Blockbuster um 20:15 im Fernsehen zu verpassen… aber dafür mit den Augen und der Kamera Eindrücke festzuhalten, für die sich viele der Uhrzeit wegen zu schade sind.

Meine Empfehlung: eine Tasse Kaffee / Tee vertreibt die Müdigkeit am (sehr) frühen Morgen und für den abendlichen Blockbuster gibt es Festplattenrecorder.
Sich vorab mit (einem oder mehreren) anderen Fotografen zu verabreden hilft, den inneren Schweinehund zu überwinden – außerdem gestalten sich Anfahrt, ggfs. Auf-/Abstieg und Wartezeiten kurzweiliger.
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